Das Schulleben
Jetzt, wo ich schon seit ein paar Wochen in der Schule bin, kann ich auch erzählen wie die Italienischen Schulen sind. Das Schulsystem ist folgendermaßen: 5 Jahre Elementarschule, 3 Jahre Mittelschule und 5 Jahre Liceo. Im liceo kann man zwischen unterschiedliche Fachrichtungen wählen. Ich bin in der humanitarwissenschaftlichen Richtung, daher lernen wir gründlicher Psychologie, Pädagogik, Soziologie und Anthropologie. Außer den Humanitarwissenschaften kann man in Italien z.B. Sprachen, Naturwissenschaften, Kunst, Wirtschaft und vieles andere lernen.
Was die Organisation des Schullebens betrifft, würde ich sagen, es gibt viel mehr Regeln in der Schule als in Estland. Das hat aber wohl seine Gründe. Zum Beispiel darf man vor dem Läuten der Glocke nicht in die Schule hinein oder nach Hause gehen, auch wenn die letzte Stunde früher endet. Während der ersten Woche des Schuljahres enden die Stunden immer um 12 Uhr und folgend kann der Stundenplan sich jede Woche ändern, bis der endgültige Stundenplan fertig ist. Bisher haben meine Schultage immer um 8 Uhr angefangen und um 1 Uhr Mittags geendet, was am Anfang wenig scheinen mag, aber man darf nicht vergessen, dass man in Italien oft auch Samstags in die Schule geht (wie auch ich). Ein Fach dauert 60 Minuten und Pausen gibt es nach jeder zweiten Stunde. Auch das kann am Anfang schlimm scheinen, aber eigentlich gibt es am Anfang jeder Stunde 5-15 Minuten freie Zeit. Der Wechsel der Lehrer, die Anwesenheitskontrolle und andere Vorbereitungen dauern halt ein bisschen. Während der Pausen ist die ganze Klasse entweder draußen oder im Korridor vor dem Klassenraum, damit die Lehrer die Schüler gut im Auge halten können. Idealerweise sollte keiner frei im Schulhaus herumwandern.
Die Fächer sind ähnlich wie in Estland. Ein kleiner Unterschied ist, dass man hier einige Fächer zusammen lernt. Zum Beispiel haben wir jeden Tag die Humanitarwissenschaften wo die Lehrerin selber auswählt welches Fach sie erklärt. Zusammen sind auch Mathematik, Physik und Chemie, Biologie, Erdkunde. In meiner Schule ist die Organisation der Stunden in allen Fächern ähnlich, Entweder der Lehrer erklärt oder wir lesen laut vor was im Buch steht. Ich bin im dritten Jahr vom liceo und das Interessante ist, dass man in allen Sprachenfächern keine Grammatik mehr lernt sondern nur Geschichte und Literatur. In Latein lernen wir zum Beispiel wie die Lateinische Kultur und Literatur entstanden ist. Unterschiedlich sind auch einige Sportübungen. Zum Beispiel macht man Hochsprung nicht üben ein Seil oder eine Latte. An der Wand sind Zentimeter geschrieben und das Ziel ist hoch zu springen und die Wand so hoch vie möglich anzutippen.
Bevor ich über die Klassenkameraden spreche, möchte ich euch eine Frage stellen. Wie stellt ihr euch Italiener vor, sind sie eher kontaktfreudig oder zurückhaltend? Ich hab mir vorgestellt, dass die Freunde natürlich kommen, ganz so ist es aber nicht. Es gibt einige die daran interessiert sind mit Fremden zu sprechen, für andere sind neue Personen nichts Spannendes. Nach ein paar Fragen bleibt das Gespräch oft stecken oder einseitig. Andererseits darf man nicht vergessen, dass das Schuljahr gerade erst angefangen hat. Wir brauchen ja alle ein bisschen Zeit, um uns an die neuen Situationen zu gewöhnen. Anderswo sind die Leute aber sehr freundlich, also gibt es nichts, worüber man sich beschweren könnte.
Einen schönen September!
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